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laxo · 15 Juni 2010 by Medusa Cramer

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Irregular iMixes on iTunes by Medusa Cramer.

laxo
I extend, expand.
I open, make wide.
I undo, release.
I lighten, relieve, free.
I relax, moderate, weaken.
I lessen, abate.

“There is an ethical choice in favor of the richness of the possible, an ethics and politics of the virtual that decorporealises and deterritorializes contingency, linear causality and the pressure of circumstances and significations which besiege us. It is a choice for processuality, irreversibility and resingularisation.” Félix Guattari, Chaosmosis

Medusa Cramer is the spirit of antimatter, the Parashurama. Born in the coolness of at-rest data storage units, she lives on both sides of the digital mirror. Her crawl through the thicket of reality-access options leads her to encounters of various sorts, all well-documented on her blog and podcast Avataradio. Medusa is an active participant in various radio play projects, besides manning graphics for all domizil releases and publications.

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Zwischenreich. The book. · 14 Dezember 2009 by Medusa Cramer

domizil 31, 2009
Photo Book, German, 100 pages

Observations by Medusa Cramer, captions by Tim Zulauf. Edited by domizil, Zurich, and published by Books on Demand, Norderstedt, 2009; 100 pages.ISBN 978-3-83-910522-1

Watch and order it here.

Zwischenreich is a realm of places situated in between. Here, “places” refers to settings of objects and landscapes of signs that appear at the edge of our field of vision; Our eyes are drawn sideways away from the living and towards the seemingly lifeless matter and its basic structure. The places captured are mostly characterized by emptiness, which constitutes the actual substance, the peaceful juxtaposition of objects. The mood of the scenes portrayed ranges from nostalgic memories of the past through moments of the present to the open future.

Zwischenreich is captured by Medusa Cramer’s eye: its actual location in real life is irrelevant. A reality that transcends the elusive light of the moment reveals itself now and then in one fragment or the other, leading us to think to ourselves “somewhere along the Balkan coast” – thoughts that create realms and then let them fade away. The places portrayed are ephemeral, just like our thoughts, fading and disappearing with time to make room for new ones – whatever they may be – in the present and future.

Tim Zulauf describes what might have occurred before or after the places portrayed were emptied. The result is a collection of scenes viewed from two different perspectives: The photographs depict an image and a moment which trigger thoughts that transcend the objects inherent in the image. The viewer’s thoughts dwell on the image for a moment then move on out of Zwischenreich.

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Avataradio summer droplets: Über den Dingen stehen. · 9 Juli 2009 by Medusa Cramer

Etwas mehr als 10 Jahre ist es her, seit bei domizil unter Katalognummer 7 eine Kassette erschien, die als Heilmittel deklariert wurde. Die besten Stücke werden nun exklusiv für Avataradio als Podcast aufbereitet und während des Sommers 2009 unregelmässig wiederveröffentlicht. “Achtung Heilmittel” ist ein bunter Cut-up von Kuriosa aus domizil’s Plattensammlung und ein echter Ratgeber, um jede schwierige Lebenssituation meistern zu können…

Wir beginnen gleich mit zwei Podcasts:

I. Intro
II. Über den Dingen

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Folge II: Erdbeermund. Starring: Klaus Kinski.

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III. Nun wollen wir uns etwas bewegen.

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Folge IV: Herr sein.

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Folge V: green gorillas

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VI. Und schon kommt hier die letzte Folge: “Auch in den allerengsten Grenzen.”

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Fortuna · 15 Mai 2009 by Medusa Cramer

Unentschlossen folge ich eine Weile der Küste, dann wieder zurück zu den blau-waschenen Lettern, die in der Nische einer in die weiße Wegmauer eingelassenen Treppe zur Hotelbar weisen. Die Schiebetür offen, auf der Theke rumliegende Saftpackungen lassen vermuten, dass die Saison erst in ein paar Tagen beginnt. Ich trete aus der Bar und schaue ratlos Richtung Parkanlage – ob ich durch sie weiter vorne wieder auf den Weg runterkomme? Der Pfad macht am Ende des Parks eine Schlaufe, kein Ausgang, also zurück.

Eine Frau kommt mir entgegen, sie blätterte, als ich in die Bar trat, auf einem Mäuerchen neben dem Hotel sitzend in einem kleinen Heft. Sie winkt mich zu sich, ich muss einen Umweg über die Weglein zu ihr nehmen, als ich bei ihr anlange, fragt sie, ob ich wüsste, welche Gottheit die Statue dort drüben verkörpere. Ich erinnere mich, da war eine weiße Figur im Lorbeergebüsch etwas weiter vorne. Schauen wir sie uns an, meine ich und als wir vor der weißgetünchten Statue auf gelbem Sockel stehen, sage ich mehr ratend: Fortuna. Dieses Füllhorn auf der linken Schulter, das seien doch die guten Dinge, die der vom Glück – von Fortuna – Gesegnete jeweils ausgeschüttet bekommt, die kleinen Früchte würden das aus dem Horn herausquillende Glück darstellen.

Sie sagt: Oh. Weil sie habe ein spezielles Problem. Sie finde immer nur alles in Fragmenten vor, zerstückelt. Eben wäre sie im Garten einer Villa gewesen, den Statuen dort fehlten allerlei Körperteile, einer Diana die Hand, welche den Jagdhund halten sollte, dem Hund selber der Kopf, immer treffe sie Dinge an, die nicht komplett seien, unerwartete Leerräume zwischen Teilen von ihnen, nichts mehr da, was sie verbinden, sie ganz machen würde. Ich bemerke, dass auch Fortuna vor uns nicht komplett ist, ein Teil ihres Füllhorns fehlt. Dort, wo das Gute irgendwie in das Horn reinkommt, klafft eine Lücke zwischen Hand und Horn.

Da fällt mir die verlassene Villa im Ort vor diesem ein, sie muss die Figuren dort meinen, in ihrem Garten parkten die Bewohner des Dorfes ihre Kleinwagen, einer schaute misstrauisch, als er mich um das Haus ohne Fenster und Böden schleichen sah. Zwischen den kreuz und quer auf die Wiese geparkten Wagen und abgestorbenem Bambus waren Statuen – eher nur noch Leibe; ihre Arme, Köpfe abgeschlagen. Die Frau vermutet, dass diese wesentlich älter da kaputter seien, vielleicht aus der Römerzeit. Ich meine: Wohl eher aus dem 19. Jahrhundert wie die österreichischen Hotelkästen hier überall an der Küste.

Ich schaue sie mir genauer an: Die Haare kastanienbraun gefärbt, violettes Trikot, Jeans ohne Gurt – eher gepflegt für eine Verrückte, denke ich. Sie spricht von ihrem Sohn, ein Wasserzeichen, Aquarius, fließend. Also eine Esoterikerin. Mir wird die Unterhaltung lästig, ich will weiter, suche nach einer Wendung, um mich verabschieden zu können. Was denn meine Profession sei? Mich im selben Augenblick über mein lächerliches Gepose schämend, lasse ich sie wissen, dass ich Künstler sei. Malerei? Nein, ich mache Kunst mit Klängen. Also Musiker? Nein, Künstler. Und so weiter; die selbstgelegte Erklärungsfalle schnappt zu.

Ob ich an Gott glaube, will sie plötzlich wissen. Etwas überrascht sage ich: Nein. Weil Künstler glauben nichts (die guten zumindest, außer an sich selbst) – ein Satz für Teilnehmer eines Malkurses, für Mäzenen-Gattinnen, du Idiot, sagt die Stimme in mir. Oh dann hätten wir keine gemeinsame Basis für unsere Konversation, entgegnet die Frau. Weil sie glaube vor allem an den Teufel. Einst wäre es ihr gut gegangen, bis jemand eifersüchtig wurde auf das, was sie besessen habe. Sie hält immer noch das kleine Heftchen in der Hand, jetzt bemerke ich die Marienbilder auf der Vor- und Rückseite. Eine sinnlose Begegnung, warum lässt man mich damit nicht in Ruhe, ich will aufbrechen.

Das sei alles um uns herum, fülle die Zwischenräume zwischen den Dingen, auch wenn ich mit diesem oder jenem Vorhaben beschäftigt sei und es nicht sehe. Wie eine Krankheit: Man denkt nicht an sie, meine, man hätte nichts mit ihr zu tun und dann befalle sie einen unversehens. Sie hätte da seit langer Zeit eine Idee, ein Projekt, ihr früherer Beruf sei Ingenieurin gewesen: Ein Hologramm soll es sein, eines mit Musik und Geräuschen der Dinge, die sich ihn ihm befinden. Ob ich wisse, wie man so etwas herstelle? Ich mutmaße dass das ein wohl eher aufwändiges Unterfangen sei; die ganze Maschinerie sehr teuer.

Sie kommt auf meinen Beruf zurück, will wissen, was denn Klangkunst sei, ich rede vom Reiz des Ephemeren, es geht noch ein- zwei Male hin- und her, dann bekommt sie genug von unserer Konversation und entlässt mich, ich steige die Treppe runter zum Wasser und folge erneut dem Weg der Küste entlang (er führt etwas später an einem weiteren, alten Grand Hotel vorbei, mit Aperitif-Bar, Öffnungszeiten 8 bis 23 Uhr, kein Alkoholausschank vor 10 Uhr morgens und völlig verwaist; die Zwischenräume zwischen den Dingen hier sind mit rotem, muffig-altem Samt ausstaffiert). Marcus Maeder

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Ende, Anfang · 16 Februar 2009 by Medusa Cramer

Das war “Tenderenda der Phantast” nach Hugo Ball von Marcus Maeder, Marc Matter und Bernd Schurer. Bis zur nächsten Podcast-Serie machen wir einen Moment Pause hier bei Avataradio. Im Mai geht es weiter mit den “Wunschmaschinen” in 8 Folgen. Verpassen Sie nicht die Taufe der DVD “Die Wunschmaschinen” im Cabaret Voltaire in Zürich am 18. März 2009, 20:00. In der Zwischenzeit treffen Sie mich auf Anfrage im Zweiten Leben: medusa(at)avataradio.net. Und ja, weitere Auszüge aus dem “Pfad zur linken Hand” machen einen Besuch hier vor Mai lohnenswert…

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Tenderenda der Phantast: Herr und Frau Goldkopf · 10 Februar 2009 by Medusa Cramer

Ein astrales Märchen. Eine Art himmlischen Puppenspiels. Drei Teile lassen sich deutlich unterscheiden. Der erste: ein mystisches Erlebnis der Eheleute Goldkopf. Eine weiße Lawine kommt ihnen zu Besuch, eine sich steigernde Reinheit und Helle wächst ihnen zu. Ihr Haus liegt über dem Abgrund und an der Fabelwiese, auf der der Buchstabenbaum einhergeht. Das ist jener Baum, von dem die poetischen Adam und Evas essen. Zärtliche Allegorien in Tiergestalt treten auf. Traumhaft die Notenständer des Lachens, die Tenderenda bei Lebzeiten verteilte. Der zweite Teil ist die Ballade von Koko dem grünen Gott. Das ist der Phantastengott. Von ihm kommt alle Glückseligkeit, solang er in Freiheit die Flügel schwingt. Setzt man ihn aber gefangen, so rächt er sich durch Verzauberung derer, die ihm die nächsten waren. Der dritte Teil ist ein Epilog des Ehepaars Goldkopf. Es schüttelt den Staub seiner Zeit von den Füßen und prophezeit ein Ende der Gottlosen und der Verzauberung. Den Kehraus macht, wie es recht und billig ist, ein Vers des Herrn Dichterfürsten Johann von Goethe.

Episode IX: 11:16 min., 10.3 MB, MP3, Umsetzung: Marcus Maeder

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Tenderenda der Phantast: Laurentius Tenderenda · 3 Februar 2009 by Medusa Cramer

Unverblümter Ausbruch oder Expektoration des Titelhelden. Der Autor nennt ihn einen Phantasten, er selbst nennt sich in seiner verstiegenen Weise ›Kirchenpoet‹. Auch als ›Ritter aus Glanzpapier‹ bezeichnet er sich, was auf den donquichotischen Aufzug hinweist, in dem Tenderenda bei Lebzeiten sich zu bewegen liebte. Er gesteht, seiner Fröhlichkeit müde zu sein und erfleht sich den Segen des Himmels. Besonderes Lob verdient die Benediktionsformel, deren heiteres Tongefälle dem himmelstänzlerischen Wesen Tenderendas gerecht wird. Da er Chimären in den Stall bringt, könnte man ihn für einen Exorzisten halten. Die Nachstellungen des Teufels, auf die der Segensspruch hinweist, sind jene Phantasmata, über die schon der heilige Ambrosius klagt, und deren Abschwörung ein anderer Heiliger als Bedingung nennt für den Eintritt in den Mönchsstand. Ansonsten ist Tenderendas Situation elegisch und massenscheu. Die Wortspiele, Wunder und Abenteuer haben ihn mürbe gemacht. Er sehnt sich nach friedlicher Stille und nach lateinischer Abwesenheit.

Episode VIII: 8:16 min., 7.6 MB, MP3, Umsetzung: Marc Matter

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Fragen, Antworten · 3 Februar 2009 by Medusa Cramer

Zur vorletzten Episode des Tenderenda stehe ich wie angekündigt für Fragen zur Entstehung des Hörspiels zur Verfügung – und zwar morgen Mittwoch um 21:00 in Second Life, die Adresse:

Black Sun Club
Gibson 165,88,9
Nexus Prime

Wenn Sie noch nie in Second Life waren, kreieren Sie einen Account und einen Avatar unter der Webadresse www.secondlife.com. Sie finden mich dort als Medusa Hausdorff, unter dem Namen eines entfernt Verwandten.

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Tenderenda der Phantast: Hymnus 3 · 27 Januar 2009 by Medusa Cramer

Tenderenda seinerseits gibt die Huldigung seinem verschwiegenen Weihe-Oberhaupt weiter. Der Urvater der Hymnologen wird in diesem Hymnus u. a. ›Chaldäischer Erzengel‹, ›Koralle des Jenseits‹ und ›Flüssiger Meister‹ genannt. Der Narrentanz dieses Büchleins wird ihm aufgeopfert: ›Wir Fratzenschneider, im Feuermantel tanzend ums Wasserfaß.‹ Die letzten Verse in Sonderheit verraten eine vollkommene Hingabe. Tenderenda’n hat das große Heimweh gepackt. Er sagt sich die Verse in tristen Stunden zu seiner Erbauung vor.

Episode VII: 9:07 min., 8.4 MB, MP3, Umsetzung: Bernd Schurer

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Tenderenda der Phantast: Jolifanto bamblo ô falli bamblo... · 19 Januar 2009 by Medusa Cramer

Schilderung einer Elefantenkarawane aus dem weltberühmten Zyklus ›gadji beri bimba‹. Der Verfasser zelebrierte diesen Zyklus als Novität zum ersten Mal 1916 im Cabaret Voltaire. Das Bischofskostüm aus Glanzpapier, das er damals trug, mit ragendem, blau-weiß gestreifeltem Schamanenhut, wird noch heute von den sanften Bewohnern Haways als Fetisch verehrt.

Episode VI: 1:55 min., 1.8 MB, MP3, Umsetzung: Marc Matter

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